“Skylights waren ein Highlight”

Am Ende bekommt auch der 1. Vorsitzende der Gütersloher Schützengesellschaft seinen Wunsch erfüllt.
Im Vorfeld der Neuausrichtung des bewährten Winterballs zur Variante der „Gütersloher Skylights“ in der namensgebenden Skylobby des Theaters hatte der Stadtschützen-Vorsitzende Patrick Seidel noch unterschwellig seine Wunschüberschrift formuliert: „Wenn die Medien am Montag morgen titeln ,Skylights waren ein Highlight’, dann haben wir alles richtig gemacht“. Um es vorweg zu nehmen: Der unter dem Motto „Tradition modernisieren“ ausgetragene „Winterball 2.0“ in seiner neuen Form, an neuem Ort, an neuem Datum, mit neuer Band, neuem Konzept und sogar neuen Bekleidungsregeln (Anzug und Ballkleider wurden durch sportlich-elegant ersetzt) erfüllte die hohen Erwartungen zu 100 Prozent. Die Traditionsmodernisierer, so Patrick Seidel in seiner kurzen Begrüßung, legten mit dem „Vom Winter in den Frühling hinein“-Fest mit einer grandiosen Party den Grundstein für eine neue Feierkultur. Der angestaubte Ball-Mief sollte seit Samstag endgültig Vergangenheit sein. Die erhoffte große Resonanz wurde schon am Vormittag mit dem Verkauf der letzten 50 von insgesamt 230 Tickets deutlich. An der Abendkasse baumelte zur Freude der Stadtschützen das „Ausverkauft“-Schild. Spontan-Entschlossenen wurde nach der Abreise der Zahnärzte schon beim Entrée der Feier-Zahn gezogen. Erst ab 23 Uhr gab es wieder Laufkarten für die Hälfte des ursprünglichen Preises. Der Ansturm war umso erstaunlicher,
weil gemäß eines „Wir-kommen-zu-euch-ihrzu-uns“-Handels Abordnungen der Schützenvereine Pavenstädt, Kattenstroth, Tell-Nordhorn sowie der Kattenstrother Karnevals-Clubs in den vergangenen Jahren stets
„zwangsverpflichtet“ wurden. In diesem Jahr kamen alle freiwillig. Gleiches galt für die vom Vorstand angestrebte Blutauffrischung.
Voller Freude der Vorsitzende Patrick Seidel und Stellvertreter Daniel Schüppen beim Empfang „in viele Gesichter, die wir nicht kennen, die nicht aus dem Stadtschützenumfeld kommen,oder die wir hier nicht vermutet
hätten“. Schriftführer Philip Granow sah deshalb im Spaß bereits eine neue Aufgabe auf sich zu kommen: „Im nächsten Jahr machen wir Namensschilder. Dann weiß jeder,wer der andere ist“.
Als Glücksgriff entpuppte sich auch die ebenfalls neu verpflichtete Party-Band 4 Souls. Nachdem die Musiker um die beiden bekannten Small-Stars-Mitglieder Andrew Glaser und Drumm-Spezialist Zacki Tsoukas
erst in der Vorwoche zusammen mit Pop-Titan Dieter Bohlen Moskau auf links gezogen hatten, zerlegten sie stimmungstechnisch am Samstag die Feierzone über den Dächern der Stadt. Trotz jeder Menge Lob und Komplimenten von allen Seiten war der Vorstand klug genug, alle weiteren Planungen mit Augenmaß anzugehen. Daniel Schüppen: „Ein Neustart lockt erfahrungsgemäß immer viele Leute an. Ob sich eine Veranstaltung etabliert, zeigt sich im zweiten, dritten, vierten Jahr.“ Angesichts vieler lachender Gesichter von Bürgermeister Henning Schulz bis zum GSG-Dauergast Landtagsabgeordneten Raphael Tigges spielte auch Philip Granow vor dem Abtauchen in die Partyzone an der Theke flache Pässe: „Die Zeiten, in denen man ein Konzept für mehrere Jahrzehnte aufstellenkann, sind vorbei. Ab Montag überlegen wir uns, was man im kommenden Jahr besser machen kann.“ Tatsache war indes auch: Nachdem das Regentenpaar König Carsten Kuhlmann und seine Herzensdame und Ehefrau Kaiserin Sandra um 20.20 Uhr mit dem Eröffnungstanz den Startschuss für Feiern, Lachen, Spaß, Vergnügen, Lebenslust gegeben hatten, gab es auf der Tanzfläche kein morgen mehr. Und über die Überschrift gab es bei den Feier-und Tanzbären keine zwei Meinungen. Darum nicht nur für Patrick Seidel, sondern alle am Umbruch beteiligten Traditionsmodernisierer: „Skylight war ein Highlight.“

Text & Foto: Neue Westfälische, Jens Dünhölter