Schützenfest nach dem Weltkrieg

Aus der Chronik zum 175-jährigen Bestehen der Gütersloher Schützengesellschaft:

Bald schon wurden auch die ersten Vorbereitungen für das Schützenfest getroffen, welches bereits im Sommer des Jahres 1951 in althergebrachter Weise gefeiert werden sollte. Wilhelm Sewerin erließ über die Tageszeitungen einen Aufruf zur Gründung eines vereinseigenen Spielmannszuges. Sogleich fanden sich junge, begeisterte Männer, die diesem Aufruf freudig Folge leisteten, so daß sich auch der neugegründete Spielmannszug bereits zum 1. Schützenfest der Öffentlichkeit vorstellen konnte. Ein neues Offizier-und Unteroffizier-Korps wurde zusammen gestellt. Zu den alten Offizieren und Unteroffizieren wurden neu ernannt bzw. erneut bestätigt:

Oberst:  Mattejat
Adjutant: August Bottemöller
Leutnant: Erwin Schmidt
               Scharmann
Fahnen-Offiziere: Hermann Giljohann
                          Grüttemeier
                          Heinz Heidemann
Batl.-Feldwebel: Wilhelm Siewecke
Feldwebel: Eduard Linke
Unteroffiziere: Paul Femmer
                      Willy Sewerin
                      Paul Schmidt
                      Günter Bock
                      Karl Santjer
Thron Adjutant: Walter Johannknecht

Zu Ehrenmitgliedern des Schützenvereins Gütersloh e.V. wurden ernannt:

Heinrich Laumann
Ludwig Schröder
Wilhelm Ruhenstroth
Wilhelm Brockmann
Albert Richter
Hermann Wulfhorst

Der Sportverein “Arminia” versprach, zum ersten Schützenfest eine ganze Kompanie Sportler unter Führung des zum Hauptmann ernannten damaligen Trainers Schmeißer zustellen.

Obermusiker i.R. Franz Scharge hatte zum ersten Schützenfest der Nachkriegszeit einen neuen Schützenmarsch komponiert und spielte diesen anläßlich einer Offizier- und Unteroffiziersversammlung den Schützen vor. Er fand mit seinem Marsch ungeteilten Beifall. Schließlich waren alle Vorbereitungen zum 1. Schützenfest getroffen, welches dann am 2., 3., und 4. Juni 1951 in althergebrachter Weise im Heidewald gefeiert wurde.

Der Schützenkönig des letzten Vorkriegs-Schützenfestes 1939, Herr Heinrich Hunke, und auch der vor-letzte König von 1938, Herr Wilhelm Stork senior, waren verstorben, so übernahmen es der Vereinsvorsitzende Wilhelm Hornberg als Schützenkönig des Jahres 1937 mit der Schützenkönigin von 1939, Frau Friedel Sprick, unser Königspaar während der ersten Tage des Schützenfestes zu repräsentieren.

Bei schönstem Sonnenschein konnte das Schützenfest am Sonnabend und Festsonntag gefeiert werden. Viele tausend Bürger standen an den Straßen, um dieses 1. Schützenfest mitzuerleben, während im Heidewald die aufgestellten Zelte fast zu klein waren, um all die vielen Besucher aufzunehmen.

Bei strömenden Regen wurde am Montag der König abgeholt, und nach einem kurzen Umzug durch die Stadt fand das Königsschießen statt. Wieder war es Erwin Bartsch, der den Meisterschuss tat, sodass er nunmehr 2 Königstitel innehatte, den Bierkönig und den Schützenkönig.

Neue Königin des 1. Schützenfestes in der Nachkriegszeit wurde Frau Elisabeth Dunkel.

Jetzt war an der Weiterentwicklung des wiedergegründeten Schützenvereins Gütersloh kein Zweifel mehr. Das Schützenfest war in bester Harmonie verlaufen, während sich die Mitgliederzahl von Tag zu Tag erhöhte.

Die nächste Generalversammlung nach dem Schützenfest, welche am 25. September 1951 im Heidewald abgehalten wurde, bewies nach Anhörung der Kassenberichte, dass auch der finanzielle Erfolg nicht aus-geblieben war. Satzungsgemäß musste während dieser Generalversammlung eine Neuwahl des Vorstandes erfolgen, die vom Schützenkameraden Wilhelm Sewerin vorgenommen wurde. Dieser dankte zunächst dem bisherigen Vorstand für seine geleistete Arbeit, vor allem aber für seine Bemühungen um den Erhalt und die Wiedergewinnung des Heidewaldes. Es erfolgte folgende Neuwahl:
1. Vorsitzender:         Wilhelm Hornberg
2. Vorsitzender:         Wilhelm Ottensarndt
1. Schriftführer:         Julius Sprick
2. Schriftführer:         Willy Wagener senior
1. Kassierer:              Erwin Bartsch
2. Kassierer:              Paul Kemper
1. Verwalter des Heidewaldes:     Gustav Klußmann
2. Verwalter des Heidewaldes:     Karl Heimer

In den erweiterten Vorstand wurden als Beisitzer gewählt:

Dr. Güthoff
Wilhelm Amtenbrink
Wilhelm Sewerin
Walter Johannknecht
August Bottemöller
Paul Schmidt
Wilhelm Elbracht sen.
Dr. Heupel
Friedhelm Rehm
Fritz Jacke

Für den Schießsport verantwortlich sind die Schützenkameraden Paul Kemper und Erwin Schmidt. Auch der Familienausflug fand wieder statt, bereits zum 2. Male. Erwin Bartsch übergab seine Bierkönigskette an den Schützenkameraden Heinz Hollmann, der sich Fräulein Flicker zur Königin wählte. So stand also das 1. Vereinsjahr unter einem überaus günstigen Stern, und hören wir weiter, wie sich der Schützenverein in den darauffolgenden Jahren weiter entwickelte. Freuen Sie sich auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.